Humanistischer Lebenskundeunterricht

In Bayern, Berlin und Brandenburg gibt es ihn: den Humanistischen Lebenskundeunterricht des HVD. In Berlin und Brandenburg wird er an den öffentlichen Schulen angeboten. In Bayern wird Lebenskunde bisher nur an der Humanistischen Grundschule Fürth unterrichtet, ist damit aber in Bayern als ordentliches Schulfach zugelassen. In NRW kämpft der Verband um seine Zulassung.

Grundintention und zentrale Zielsetzungen des Humanistischen Lebenskundeunterrichts in der Grundschule von Prof. Dr. Thomas Mohrs

Der Humanistische Lebenskundeunterricht versteht sich im Kern als Werteerziehung auf der Grundlage des humanistischen Welt- und Menschenbildes. Das heißt in weltanschaulicher Hinsicht, dass den Schülerinnen und Schülern die humanistische Grundüberzeugung kindgerecht vermittelt werden soll, wonach ein sinnerfülltes, glückliches Leben ohne Rückbindung an religiöse Glaubenssätze möglich ist, in dem die Verwirklichung individueller Ziele und Interessen mit sozialer Kompetenz und ethisch reflektiertem Gemeinsinn konstruktiv verbunden sind.

Gerade weil aber zentrale Werte des humanistischen Menschenbildes Freiheit, moralische Autonomie, Selbstverantwortung sowie Toleranz und – darüber hinaus gehend – Anerkennung der (abweichenden) Überzeugungen und Lebensentwürfe anderer sind, enthält sich der Humanistische Lebenskundeunterricht auch im Hinblick auf die humanistischen Werte, Ideen, Lebens- und Weltauffassungen jeglicher Indoktrination und unterbreitet sie als Denk- und Diskussionsangebote.

Der Humanistische Lebenskundeunterricht orientiert sich demzufolge zwar bei der Themenwahl an Grundsätzen des weltlichen Humanismus sowie an den allgemeinen Werten der Menschenrechtserklärung, der UN-Kinderrechtskonvention und des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, achtet jedoch innerhalb dieses Rahmens darauf, die Meinungsfreiheit und das weltanschauliche Selbstbestimmungsrecht der Schülerinnen und Schüler nicht zu beeinträchtigen.

Die Kinder sollen im Sinne dieser Erziehungsziele der Autonomie und sozialen
Verantwortlichkeit befähigt werden, religiöse ebenso wie nichtreligiöse
Weltanschauungsangebote kritisch zu hinterfragen und sich selbständig zu entscheiden, welche „Lösung“ sie für ihr Leben als maßgeblich anerkennen wollen

Lesen Sie dazu, wenn Sie möchten, den gesamten Fachbeitrag von Prof. Dr. Thomas Mohrs.

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